In Treuhandbüros ist der Nutzen von KI besonders gross, weil sich viel Arbeit um Auswertung, Abstimmung und Formulierung dreht. Die Hemmschwelle ist zu Recht ebenfalls hoch: Was ins Werkzeug fliesst, gehört nicht dem Büro, sondern dem Mandanten.
Wer untersteht Art. 321 StGB, und wer nicht
Art. 321 StGB stellt die Verletzung des Berufsgeheimnisses unter Strafe und zählt die erfassten Berufe auf: unter anderem Geistliche, Rechtsanwälte, Verteidiger, Notare, Patentanwälte, Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Hebammen, Psychologen sowie deren Hilfspersonen. Ausdrücklich genannt sind auch nach Obligationenrecht zur Verschwiegenheit verpflichtete Revisoren.
Was auch ohne Art. 321 StGB gilt
- Auftragsrecht: Die Treuepflicht nach Art. 398 OR umfasst die Verschwiegenheit über alles, was im Mandat bekannt wird.
- Art. 162 StGB schützt Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisse und ist nicht auf bestimmte Berufe beschränkt.
- Vertragliche Zusagen: Die meisten Mandatsverträge enthalten eigene Vertraulichkeitsklauseln, häufig mit Konventionalstrafe.
- Datenschutzrecht: Für die Mandantendaten sind Sie Verantwortlicher, der KI-Anbieter ist Auftragsbearbeiter nach Art. 9 DSG.
- Standesregeln des jeweiligen Verbands, die über das Gesetz hinausgehen können.
Ist die Nutzung eines Cloud-Dienstes ein Offenbaren?
Diese Frage ist für Anwälte gründlich diskutiert worden, und die Antwort lässt sich übertragen. Der Schweizerische Anwaltsverband hat in seinem Leitfaden zum Cloud Computing die Position vertreten, dass die Nutzung von Cloud-Diensten mit dem Berufsgeheimnis vereinbar ist, sofern technische und vertragliche Massnahmen die Vertraulichkeit sicherstellen. Eine Verarbeitung, bei der kein unbefugter Dritter Zugriff erhält, gilt danach nicht als Offenbaren.
Entscheidend ist damit weniger, ob überhaupt ein Dienstleister eingesetzt wird, als unter welchen Bedingungen. Ein Anbieter, der Ihre Eingaben protokolliert, sie zum Training verwendet oder auf behördliche Anordnung hin herausgeben muss, ist etwas anderes als einer, der die Anfrage verarbeitet und danach nichts behält.
Prüfliste für das Mandat
- Klären Sie die Rolle: Führen Sie in diesem Mandat ein Revisionsmandat mit Verschwiegenheitspflicht nach OR?
- Prüfen Sie den Mandatsvertrag auf Vertraulichkeits- und Unterbeauftragungsklauseln. Manche verlangen die vorgängige Zustimmung des Mandanten.
- Wählen Sie einen Anbieter ohne Protokollierung, ohne Training und ohne Unterstellung unter fremde Zugriffsordnungen.
- Schliessen Sie einen Auftragsbearbeitungsvertrag ab und dokumentieren Sie die Unterauftragnehmer.
- Regeln Sie intern, welche Werkzeuge zulässig sind. Das private Chatbot-Abo auf dem Mobiltelefon der Mitarbeitenden ist der häufigste Leckpunkt.
- Informieren Sie Ihre Mandanten transparent über den Einsatz von KI im Mandat.
Warum Bilano für Mandatsarbeit taugt
Bilano hält die gesamte Kette in der Schweiz: Die Buchhaltung liegt in bexio, Bilano wird von einer Schweizer Gesellschaft betrieben, und die Sprachmodelle laufen bei Infomaniak in Genf und Zürich, ohne US-Muttergesellschaft. Anfragen werden nicht protokolliert und nicht zum Training verwendet, Buchhaltungsdaten werden nicht gespeichert, sondern pro Anfrage frisch geholt.
Für Büros mit mehreren Mandaten lassen sich die bexio-Konten getrennt verbinden, sodass die Trennung der Mandate technisch nachvollziehbar bleibt.