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Rechnung schreiben in der Schweiz: Pflichtangaben, MWST und QR-Rechnung

Eine Rechnung in der Schweiz muss Absender, Empfänger und Leistung eindeutig erkennen lassen. Wer mehrwertsteuerpflichtig ist, nennt zusätzlich die MWST-Nummer, das Leistungsdatum, das Entgelt sowie Steuersatz und Steuerbetrag (Art. 26 MWSTG). Als Zahlteil gilt seit dem 1. Oktober 2022 nur noch die QR-Rechnung. Unten finden Sie ein Muster und eine Checkliste.

Von Dario TschannenAktualisiert am 9 Minuten Lesezeit
Rechnung RE-2041 als PDF zum Ansehen und Herunterladen

Das Wichtigste in Kürze

  • Art. 26 Abs. 2 MWSTG nennt die Pflichtangaben: Name und Ort von Leistungserbringer und Empfänger, MWST-Nummer, Datum oder Zeitraum der Leistung, Art und Umfang der Leistung, Entgelt, Steuersatz und Steuerbetrag.
  • Ist die MWST im Preis enthalten, genügt die Angabe des Steuersatzes. Kassenzettel bis CHF 400 müssen den Empfänger nicht nennen (Art. 57 MWSTV).
  • Wer nicht im MWST-Register eingetragen ist, darf auf der Rechnung keine Steuer ausweisen (Art. 27 Abs. 1 MWSTG).
  • Seit dem 1. Oktober 2022 hat die QR-Rechnung die orangen und roten Einzahlungsscheine endgültig abgelöst. Seit dem 22. November 2025 gelten neue Vorgaben, vor allem zur strukturierten Adresse.

Eine Rechnung zu schreiben scheint einfach: Betrag, Konto, fertig. In der Praxis scheitern Zahlungen und Vorsteuerabzüge aber oft an Kleinigkeiten, etwa an einer fehlenden MWST-Nummer, an einem ungenauen Leistungsdatum oder an einem Zahlteil, den die Bank nicht lesen kann. Dieser Leitfaden zeigt die Rechnung Pflichtangaben für die Schweiz nach Mehrwertsteuergesetz, die Grundlagen der QR-Rechnung und eine Muster-Rechnung, die Sie als Vorlage verwenden können.

8.1 %
Normalsatz der MWST seit 1. Januar 2024
2.6 %
Reduzierter Satz, etwa für Lebensmittel und Bücher
3.8 %
Sondersatz für Beherbergungsleistungen
CHF 400
Grenze, bis zu der ein Kassenzettel keinen Empfänger nennen muss

Rechnung Pflichtangaben in der Schweiz nach Art. 26 MWSTG

Das Obligationenrecht schreibt für Rechnungen keine bestimmte Form vor. Die verbindlichen Inhalte stehen im Mehrwertsteuergesetz. Nach Art. 26 MWSTG muss die Rechnung den Leistungserbringer, den Leistungsempfänger und die Art der Leistung eindeutig identifizieren und in der Regel die folgenden Elemente enthalten. Die ESTV erläutert dieselbe Liste in ihrer MWST-Info zu Buchführung und Rechnungsstellung.

AngabeGrundlageBeispiel
Name und Ort des Leistungserbringers, wie im GeschäftsverkehrArt. 26 Abs. 2 lit. aSteiner Ingenieure AG, Bern
Hinweis auf die MWST-Registrierung mit NummerArt. 26 Abs. 2 lit. aCHE-123.456.789 MWST
Name und Ort des LeistungsempfängersArt. 26 Abs. 2 lit. bMuster Bau GmbH, Thun
Datum oder Zeitraum der Leistung, wenn abweichend vom RechnungsdatumArt. 26 Abs. 2 lit. cLeistungszeitraum 1. bis 30. September 2026
Art, Gegenstand und Umfang der LeistungArt. 26 Abs. 2 lit. d12 Stunden Statikberatung Projekt Seeweg
Entgelt für die LeistungArt. 26 Abs. 2 lit. eCHF 2'400.00
Steuersatz und SteuerbetragArt. 26 Abs. 2 lit. fMWST 8.1 %: CHF 194.40

Zwei Erleichterungen sind ausdrücklich geregelt. Schliesst das Entgelt die Steuer ein, genügt die Angabe des anwendbaren Steuersatzes, etwa «inkl. 8.1 % MWST» (Art. 26 Abs. 2 lit. f MWSTG). Und Kassenzettel bis CHF 400 müssen keine Angaben über den Leistungsempfänger enthalten (Art. 57 MWSTV). Für Rechnungen an Geschäftskunden lohnt es sich trotzdem, Steuerbetrag und Empfänger immer auszuweisen: Ihr Kunde braucht diese Angaben für seinen Vorsteuerabzug.

MWST auf der Rechnung ausweisen: drei häufige Fehler

Wer die MWST auf der Rechnung ausweist, übernimmt eine Verantwortung. Nach Art. 27 Abs. 1 MWSTG darf nur auf die Steuer hinweisen, wer im Register der steuerpflichtigen Personen eingetragen ist. Wer eine Steuer ausweist, ohne dazu berechtigt zu sein, oder einen zu hohen Betrag nennt, schuldet die ausgewiesene Steuer, es sei denn, die Rechnung wird korrigiert oder dem Bund ist kein Steuerausfall entstanden (Art. 27 Abs. 2 MWSTG).

  • MWST ausweisen ohne Eintragung: Ein Einzelunternehmen unter der Umsatzgrenze schreibt «zzgl. 8.1 % MWST» auf die Rechnung. Der Betrag ist dann trotzdem geschuldet, wenn der Kunde ihn als Vorsteuer abzieht.
  • Falscher Satz: Für Leistungen bis 31. Dezember 2023 galten 7.7 %, 2.5 % und 3.7 %. Massgebend ist der Zeitpunkt der Leistung, nicht das Rechnungsdatum. Eine Rechnung über eine Leistung aus 2023 trägt also noch den alten Satz.
  • Mehrere Sätze ohne Trennung: Enthält eine Rechnung Positionen zu 8.1 % und zu 2.6 %, weisen Sie pro Satz das Entgelt und den Steuerbetrag getrennt aus.

Eine fehlerhafte Rechnung korrigieren Sie mit einem Dokument, das dem Kunden zugestellt wird, auf die ursprüngliche Rechnung verweist und diese widerruft (Art. 27 Abs. 4 MWSTG). In der Praxis heisst das: Gutschrift oder Storno auf die alte Nummer und eine neue, korrekte Rechnung. Stellen Sie in Fremdwährung in Rechnung, rechnen Sie das Entgelt für die MWST-Abrechnung zum Kurs der ESTV in Franken um (Art. 45 MWSTV). Wie die Umsätze danach in die MWST-Abrechnung gelangen, steht im Leitfaden zur MWST-Abrechnung.

Rechnung Vorlage Schweiz: ein Muster zum Übernehmen

Das folgende Beispiel ist fiktiv und zeigt eine Dienstleistungsrechnung eines MWST-pflichtigen Ingenieurbüros. Übernehmen Sie den Aufbau, ersetzen Sie die Angaben durch Ihre eigenen.

  • Absender: Steiner Ingenieure AG, Seeweg 4, 3000 Bern, CHE-123.456.789 MWST
  • Empfänger: Muster Bau GmbH, Bahnhofstrasse 10, 3600 Thun
  • Rechnung Nr. RE-2026-118, Rechnungsdatum 2. Oktober 2026
  • Leistungszeitraum: 1. bis 30. September 2026
  • Ihre Bestellnummer: B-4471
PositionMengePreisBetrag
Statikberatung Projekt Seeweg12 Std.CHF 160.00CHF 1'920.00
Lizenz Berechnungssoftware, Projektanteil1CHF 480.00CHF 480.00
Total exkl. MWSTCHF 2'400.00
MWST 8.1 %CHF 194.40
Total inkl. MWSTCHF 2'594.40

Darunter folgen die Zahlungsbedingung und der QR-Zahlteil: «Zahlbar bis 2. November 2026 auf das Konto im Zahlteil unten». Ein konkretes Datum ist dabei mehr als eine Stilfrage. Ohne Vereinbarung ist eine Forderung nach Art. 75 OR sofort fällig, und mit einem fest verabredeten Verfalltag gerät der Kunde nach Art. 102 Abs. 2 OR ohne Mahnung in Verzug. Was das für den Verzugszins bedeutet, zeigt der Beitrag zum Verzugszins in der Schweiz.

QR-Rechnung: was Sie wissen müssen

Die QR-Rechnung besteht aus einem Empfangsschein und einem Zahlteil. Der Swiss QR Code im Zahlteil enthält alle Zahlungsdaten digital, dieselben Angaben stehen daneben im Klartext. Wird die Rechnung selbst gedruckt oder als PDF verschickt und auf Papier verarbeitet, muss der Zahlteil die Grösse A6 haben (105 × 148 mm). So beschreibt es SIX, die den Standard für den Schweizer Finanzplatz pflegt.

Von den Einzahlungsscheinen zur QR-Rechnung
  1. Juni 2020

    Einführung

    Die QR-Rechnung kommt in Umlauf, parallel zu den bisherigen Einzahlungsscheinen.

  2. 1. Oktober 2022

    Einzahlungsscheine abgelöst

    Die QR-Rechnung löst die orangen und roten Einzahlungsscheine endgültig ab.

  3. 22. November 2025

    Neue Vorgaben

    Version 2.3 der Implementation Guidelines tritt in Kraft. Die wichtigste Änderung ist die strukturierte Adresse im QR-Code.

  4. 14. November 2026

    Version 2.4

    Version 2.4 ersetzt 2.3. Für Rechnungen in Schweizer Franken bringt sie laut SIX keine technischen Anpassungen.

Für Sie als Rechnungssteller sind zwei Punkte praktisch wichtig. Erstens die Kontoart: Mit einer QR-IBAN arbeiten Sie mit einer QR-Referenz, die Ihre Buchhaltung beim Zahlungseingang automatisch der Rechnung zuordnen kann. Mit einer normalen IBAN geht es ohne Referenz oder mit einer Creditor Reference. Zweitens die Adresse: Seit den neuen Vorgaben vom November 2025 wird die Adresse im QR-Code in einzelne Felder aufgeteilt, also Strasse, Hausnummer, Postleitzahl und Ort getrennt. Prüfen Sie, ob Ihre Software die Adressen Ihrer Kunden in dieser Form erfasst hat.

Rechnung schreiben in der Schweiz mit bexio und Bilano

In bexio sind viele Pflichtangaben einmal hinterlegt und erscheinen dann auf jeder Rechnung: Die MWST-Nummer erfassen Sie in den Grundeinstellungen der MWST, die Standardvorlage zeigt sie in der Kopfzeile. Den QR-Zahlteil erzeugt bexio automatisch, sobald Sie unter Banking ein Konto mit QR-Funktion hinterlegt haben. Dabei wählen Sie zwischen QR-IBAN, IBAN mit Creditor Reference und reiner IBAN. Die Steuersätze ordnen Sie pro Position zu, bexio rechnet Steuerbetrag und Total.

So entsteht eine Rechnung über Bilano in bexio
  1. Auftrag formulieren

    Sie schreiben im Chat, für welchen Kunden, welche Leistung, Menge und Preis die Rechnung gelten soll.

  2. Vorschau prüfen

    Bilano zeigt Kunde, Positionen, MWST-Satz und Total als Vorschau. Noch ist nichts in bexio angelegt.

  3. «Ausführen» klicken

    Erst nach Ihrem Klick legt Bilano die Rechnung als Entwurf in bexio an.

  4. In bexio abschliessen

    Sie prüfen den Entwurf in bexio, stellen ihn aus und versenden ihn wie gewohnt mit QR-Zahlteil.

Bilano greift über die offizielle bexio-Schnittstelle mit Ihren Berechtigungen zu. Neben dem Anlegen hilft es bei der Kontrolle: Sie können nach einer bestehenden Rechnung fragen, deren PDF ansehen und herunterladen oder prüfen lassen, welche Rechnungen noch offen sind. Wie das Bestätigen von Schreibaktionen im Detail abläuft, steht in der Dokumentation.

Rechnung RE-2041 als PDF zum Ansehen und Herunterladen
Eine bestehende Rechnung aus bexio als PDF, direkt im Chat zum Ansehen und Herunterladen.

Checkliste: vor dem Versand jeder Rechnung

  1. Name und Ort Ihres Unternehmens, wie im Geschäftsverkehr verwendet.
  2. MWST-Nummer mit Hinweis auf die Eintragung, üblich als Zusatz «MWST», sofern Sie eingetragen sind. Sonst kein Steuerausweis.
  3. Name und Ort des Kunden, bei Firmen die korrekte Firmenbezeichnung.
  4. Rechnungsnummer und Rechnungsdatum.
  5. Datum oder Zeitraum der Leistung, wenn es vom Rechnungsdatum abweicht.
  6. Art, Gegenstand und Umfang jeder Position, so konkret, dass ein Dritter sie versteht.
  7. Entgelt pro Steuersatz, Steuersatz und Steuerbetrag, Total inkl. MWST.
  8. Zahlungsfrist als konkretes Datum.
  9. QR-Zahlteil mit korrektem Konto und strukturierter Adresse.
  10. Bestellnummer und Ansprechperson des Kunden, falls vorhanden.

Wenn die Rechnung verschickt ist, beginnt das Debitorenmanagement: Zahlungseingänge zuordnen, überfällige Posten erkennen, rechtzeitig erinnern. Wie Sie das in 30 Minuten pro Woche erledigen, zeigt der Beitrag zum Debitorenmanagement für KMU, und für den Fall, dass eine Zahlung ausbleibt, finden Sie Vorlagen im Ratgeber zur Mahnung.

Häufige Fragen

Was muss auf einer Rechnung in der Schweiz stehen?

Nach Art. 26 MWSTG: Name und Ort des Leistungserbringers mit MWST-Nummer, Name und Ort des Empfängers, Datum oder Zeitraum der Leistung, Art und Umfang der Leistung, das Entgelt sowie Steuersatz und Steuerbetrag. Ist die MWST im Preis enthalten, genügt der Steuersatz. Rechnungsnummer und Zahlungsfrist sind nicht vorgeschrieben, aber üblich.

Darf ich ohne MWST-Nummer eine Rechnung schreiben?

Ja. Wer nicht im MWST-Register eingetragen ist, stellt eine Rechnung ohne MWST-Nummer und ohne Steuerausweis aus. Er darf nach Art. 27 Abs. 1 MWSTG gar nicht auf die Steuer hinweisen. Weist er trotzdem MWST aus, kann er diese dem Bund schulden.

Ist die QR-Rechnung Pflicht?

Für Zahlungen mit Einzahlungsschein ja: Seit dem 1. Oktober 2022 hat die QR-Rechnung die orangen und roten Einzahlungsscheine endgültig abgelöst. Andere Zahlungswege wie eine Überweisung auf eine IBAN ohne Zahlteil bleiben möglich, die QR-Rechnung erleichtert Ihrem Kunden aber die Zahlung und Ihnen die Zuordnung.

Was ist der Unterschied zwischen QR-IBAN und IBAN?

Eine QR-IBAN wird immer mit einer QR-Referenz verwendet, die Ihre Buchhaltung beim Zahlungseingang automatisch der richtigen Rechnung zuordnen kann. Eine normale IBAN funktioniert ohne Referenz oder mit einer Creditor Reference. In bexio wählen Sie die Variante bei den Bankangaben.

Muss der Leistungsempfänger auf einem Kassenzettel stehen?

Nicht bei Kassenzetteln aus automatisierten Kassen bis CHF 400 (Art. 57 MWSTV). Darüber und bei normalen Rechnungen an Geschäftskunden gehören Name und Ort des Empfängers dazu, damit er die Vorsteuer abziehen kann.

Dario Tschannen

Gründer von Bilano

Dario Tschannen ist Gründer von Bilano. Er baut die Infrastruktur, die Schweizer Buchhaltungsdaten ausschliesslich in der Schweiz verarbeitet, und ordnet in dieser Wissensreihe ein, was dabei rechtlich und praktisch gilt.

Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage allgemein ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Für eine Beurteilung Ihres Einzelfalls ziehen Sie eine Fachperson bei.

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